Haus St. Ulrich, Augsburg

Das „Haus St. Ulrich“ ist ein kirchliches Tagungshotel der Diözese in Augsburg mit 80 Zimmern, mehreren Tagungssälen und Konferenzräumen sowie Speisesälen und einem Spabereich, das von uns saniert und neu gestaltet wurde. Insgesamt umfasste das Umbauvolumen rund 20.000m² bei einem Budget von 15 Millionen Euro, das in 4 Bauabschnitten in der jeweils 3 Monate dauernden Sommerpause umgesetzt wurde. Gerade für die Hotelsanierung bedeuteten diese engen Ausführungsfristen einen enormen Zeitdruck. Unsere Aufgabe bestand darin, diesen Bau des bekannten Architekten von Branca aus den 70er Jahren in ein zeitgemäßes Tagungszentrum zu verwandeln, das einerseits die hohen technischen Ansprüche einer modernen Tagungszentrums und Hotels erfüllt, andererseits aber auch seine christlichen Wurzeln vermittelt. Dies war der Leitgedanke der Modernisierungsabsichten und dem entsprechend auch der unserer architektonischen Gestaltung. Aus diesem Grund unterscheidet sich dieses Tagungszentrum auch gestalterisch von üblichen Gebäuden ähnlicher Funktion. Ausgangspunkt der Baumaßnahmen war eine komplette Erneuerung der nicht mehr funktionsfähigen Haustechnik sowie der gesamten Elektroinstallation. Alle Versammlungs und Konferenzräume sowie die Speisesäle waren zu klimatisieren und in ihrer Akustik zu verbessern.

Überdies waren umfangreiche Auflagen des Brandschutzes und der Gewerbeaufsicht zu berücksichtigen. Die hierdurch verursachten Kosten waren allerdings bereits so hoch zu veranschlagen, dass sie zusammen mit den hierfür notwendigen Eingriffen in die bauliche Substanz bei verhältnismäßig geringen Mehrkosten die Chance einer vollständigen architektonischen Neugestaltung eröffneten. 
Hierbei sind wir von folgenden gestalterischen Leitlinien ausgegangen: Die Räume sollten nun eine festlichere und modernere Atmosphäre ausstrahlen ohne dabei steril oder kühl zu wirken. Die ursprüngliche, auch heute noch modern anmutende Fassade mit den liegenden Fensterbändern und die fließenden Raumübergänge im Innern treffen im Bestand auf rauen Putz, Holzdecken und Tonplatten. Diesen gestalterischen Grundton wollten wir aufnehmen und fortentwickeln. So finden sich im gesamten Gebäude moderne Gestaltungselemente wie hinterleuchtete Fotografien und schwebende, skulpturale Leuchten. In Balance mit natürlichen Oberflächen, wie geölten Dielen, Leder und mattem Frescoputz erzeugen sie eine festliche zugleich aber warme und natürliche Atmosphäre, die auch durch eine spannungsvolle Lichtführung unterstützt wird.

In den Clubräumen beispielsweise stehen die kühlen, Grau gehaltenen Wandoberflächen aus Frecoputz im Gleichgewicht zu dem warmen, rotbraunen Jatobaholz der Decke und des Fußbodens.