Opernhaus in Busan

Das Projekt „The Swans“ (die Schwäne) war unser Beitrag zu dem Ideenwettbewerb für das neue Opernhaus in Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas. Busan ist auf das Engste mit dem Meer verwoben durch Halbinseln, tiefe Buchten, Sandstränden und vor allem durch die vielen Häfen und Werften. So ist die Stadt auch eines der Schiffsbauzentren weltweit. Der „North Port“ - einer der Industriehäfen - soll nun im Rahmen eines Entwicklungsprogramms zu einem Nebenzentrum der Millionenstadt werden mit kulturellen Gebäuden, Parks und Bürogebäuden direkt am Wasser. Der Entwicklungsplan sieht daher auch die Schaffung einer Insel im vorhandenen Hafenbecken vor, auf der vor allem die öffentlichen Gebäude entstehen sollen.

Um das Zusammenspiel von Architektur und Wasser zu intensivieren, stehen in unserem Konzept die Gebäude direkt im Wasser und werden allseits vom Meer umgeben. Auf diese Weise wirken Oper und Theater losgelöster wie eben jene zwei Schwäne im Wasser. Sowohl die technische Infrastruktur wie die Erschließung für die Besucher werden durch ein Netzwerk von Stegen gewährleistet. Allerorts ist das Meer präsent und die Gebäude sind geradezu mit dem Wasser verwoben.
Eine neuartige Idee die Morphologie betreffend war bei diesem Entwurf die Verwendung von gekrümmten Flächen oder Bändern. Die Bänder lassen das Gebäude dynamischer und leichter wirken. Durch deren Auslaufen wird das Ensemble in seiner Umgebung sozusagen verankert und umgekehrt steigert sich die Komposition aus dem Umfeld bis hin zur Oper als Höhepunkt.

Die Formen an sich ähneln durch die Kombination von dynamischen geraden Passagen und Schattenverläufen auf den gebogenen Flächen den Vorsegeln eleganter Yachten. Auch der den Krümmungen folgende Schiffsboden aus Teak ruft eine maritime Assoziation hervor. Achsen und Blickbeziehungen aus der umgebenden Stadtstruktur werden durch die Stege und Formen aufgenommen, um die Bewegung der Besucher einzufangen und zu den Hauptgebäuden zu leiten. Auch die frei im Wasser stehenden Flügel dienen als Point de Vue der Führung der Besucher. Der Steg aus nördlicher Richtung ist nur für Fußgänger zugänglich wohingegen der große Steg auf zwei Ebenen auch die gesamte technische Erschließung und Anlieferung beinhaltet. Die untere Eben ist auch für LKWs befahrbar und zieht sich durch die gesamte Anlage, um die Bühnentechnik und interne Infrastruktur zu versorgen. Das an den Hauptsteg angelagerte Gebäude beinhaltet die Werkstätten und Proberäume sowie eine große Terrasse auf der oberen Besucherebene. Die notwendigen Parkplätze sind in Galeriebauwerken am Ufer geplant. Im Inneren der Gebäude setzt sich der Gestaltungsgedanke der fließenden Erschließung fort, indem die Besucher über weitläufige, teilweise Spiralförmigen Rampen und Stegen zu den einzelnen Zuschauerbereichen geführt werden. Die beiden Foyers öffnen sich weit zum Ausblick auf das Meer und eine bugförmige Terrasse lädt zum Verweilen ein.