Rottmannsaal der Neuen Pinakothek, München

Für die Gestaltung des neuen Ausstellungsraumes der Freskengemälde von Rottmann in der Neuen Pinakothek München haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, eine Umgebung zu schaffen, die dem ursprünglichen Umfeld der Bilder ähnelt und so die originäre Wirkung der Kunstwerke zur Geltung bringt. So wurden die Galerie und einige Trennwände entfernt, um einen der Größe der Werke entsprechend hohen Raum zu erhalten. Trotz der großen Anzahl technischer Einbauten wurden diese alle unsichtbar hinter einer Vorsatzschale integriert, sodass die Fresken klar zur Geltung kommen. Auch die massive Stahlunterkonstruktion für die sehr schweren, mehrere Zentimeter dicken Putzplatten konnte so vollständig verdeckt werden. Die Oberfläche der Wände sollte nun ebenfalls die raue Wandoberfläche der damaligen Fassaden wiederspiegeln und wurde daher in Zusammenarbeit mit Restauratoren durch einen historischen Frescoputz belegt. Frescoputz erhält im Gegensatz zu herkömmlichen gestrichenen Flächenseine Farbigkeit durch die verschiedenen Sande und Pigmente,

die in den Kalk eingemischt sind, nicht durch einen oberflächlichen Farbüberzug. Das Material wirkt hierdurch sehr viel lebendiger und changiert vergleichbar einer Natursteinoberfläche, ist dabei aber fugenlos. Die Farbe wurde wie schon in den alten Ausstellungsräumen an Hand von Farbauszügen der Ausstellungstücke entwickelt und lässt die Bilder deutlich hervortreten. Sie ist im Grunde eine Fortsetzung des Hintergrundes in den Bildern. Um mit der Wandoberfläche zu harmonierten und den rauen, archaischen Charakter des Raumes weiter zu verstärken, ist der Boden aus rauem, rötlich grauem Granit. Die Beleuchtung wurde entsprechend der übrigen Räume in der Pinakothek über ein Deckenoberlicht gelöst, das natürlich belichtet wird, aber, um Schwankungen auszugleichen, durch künstliche Beleuchtung unterstützt wird. Die Räume besitzen in unseren Augen eine archaische Erhabenheit und ihre Atmosphäre wird, wie es in einer Pinakothek sein sollte, von den Kunstwerken, nicht durch die Architektur dominiert.