Siedlungsproject Familiendorf

Unser Projekt ‘‘Familiendorf‘‘ verbindet einen wohlgestalteten öffentlichen Raum mit einer hohen Wohnqualität. Allgemein scheint man der Ansicht zu sein, Siedlungen müssten aus einer armseligen Wegen, extrem schmalen Häusern und einem Garten ohne Privatsphäre bestehen. Obwohl sich Beispiele für einen guten Siedlungsbau vor allem bis in die 20er Jahre finden lassen, sind zeitgenössische Projekte eher abschreckend und dennoch so teuer, dass normal verdienende Familien sich ein Eigenheim zumindest in und um die wachsenden Ballungszentren nicht leisten können.
Dies ist jedoch kein Naturgesetzt, sondern schlicht Folge der rechtlichen und wirtschaftlichen Struktur solcher Projekte. Dass eine Siedlung ein Gewinn für den Städtebau der Gemeinde sein kann, dass die Gebäude vernünftig geschnitten sein können und von guter Bauqualität ohne derart teuer zu sein, wollen wir in einem Modellprojekt ‘‘Familiendorf‘‘ demonstrieren.
Unser Lösungsansatz für eine neue Organisationsstruktur besteht hierbei aus zwei Komponenten. Zum einen zielt das Projekt auf einen Interessensausgleich zwischen Grundstückseigentümer und der Baurecht schaffenden Gemeinde. Grundstücksspekulationen müssen verhindert werden und stattdessen ein Kompromiss zwischen Gemeinde und Grundstückseigentümer geschaffen werden, indem Bauland ausgewiesen wird, aber die Wertsteigerung hierdurch nicht allein dem Eigentümer

kommt, sondern auch den späteren Erwerbern. In unserem Betätigungsbereich rund um München wird Bauland nur spärlich ausgewiesen, um eine Zersiedelung der schönen Landschaft zu verhindern. Dieser sinnvolle Eingriff in den Markt hat aber auch zur Folge, dass die Bauträger nach der Aufteilung für die wenigen ausgewiesenen Flächen meist unglaubliche Preise verlangen können. Daher liegt es in unseren Augen nahe, Bauland mit einer Auflage eines Kompromiss-Grundstückspreises zu schaffen und dieses direkt an die Familien nicht an einen spekulierenden Träger zu veräußern. Für den Grundstückseigentümer bedeutet dies im Gegenzug immer noch einen guten Gewinn.
Die zweite wichtige Komponente unserer Projektstruktur ist der Direkt-Verkauf vom Plan. Direkt-Verkauf bedeutet, dass das Grundstück mit der Planung und Baupflicht direkt an die Enderwerber veräußert wird ohne Bauträger oder ähnlicher Zwischenwirte. Dies bedeutet eine deutliche Ersparnis gegenüber herkömmlichen Projekten, da die Gewinnspanne der Träger erheblich, ohne dass dies einen Mehrwert erzeugen würde. Einhergehen muss dieser Direkt-Verkauf mit einer Veräußerung vom Plan also vor Bau der Siedlung. Dies ist nur möglich, wenn die Häuser eine offensichtlich hohe gestalterische und konstruktive Qualität haben. Dann aber können die Zwischenfinanzierungskosten ebenfalls entfallen und teils in die Qualität der Gebäude teils in die Preisreduktion eingehen. Bei einem konventionellen Projekt